Über die Kunst, sich nicht zu entschuldigen, und seine Ziele nicht zu erreichen.

27Jan06

In mehreren Blogs habe ich mittlerweile gelesen, Herr von Matt habe sich in seiner E-Mail an die Blogsphäre ja nun entschuldigt und damit sei die Sache ja eigentlich gegessen.

Alleine schon aufgrund des Echos sollte man sich die E-Mail genauer ansehen. Dabei fällt auf:

  • JRvM entschuldigt sich dafür, daß er das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in puncto Blogs in Frage gestellt hat.
  • JRvM entschuldigt sich ausdrücklich nicht für den Klowand-Vergleich.
  • JRvM ist massiv angepißt, daß nun sein Name mit seinem Schlagwort „Klowände des Internets“ verknüpft wird.
  • JRvM versucht, den Bloggern Honig ums Maul zu schmieren.
  • JRvM hat Blogger nicht verstanden, es geht eben nicht um anonyme Meinungsäußerung, um Hinschmieren und sich verpissen.

Vordergründig ist die gesamte Angelegenheit ein Armutszeugnis für einen Kommunikationsprofi, wie es Herr von Matt eigentlich sein sollte.
Doch ist das alles, oder geht es doch um mehr? Ich denke ja! In Abwandlung von Vergil: „Traut nicht dem Brief, Blogger! Was auch immer es ist, ich fürchte die Werber, auch wenn sie Geschenke bringen.“ (Anmerkung: JRvM hatte seine Deutschland-Kampagne als Geschenk bezeichnet)
Er möchte seinen angekratzten Ruf bei seiner Klientel wiederherstellen. Die Blogger sind ihm völlig egal, drum vergibt er sich auch nichts, ihnen ein bißchen zu schmeicheln. Die Entschuldigung ist also gar keine.

Ich meine nur, daß JRvM außer den Bloggern auch seine Klientel unterschätzt. Daß diese eben doch mitkriegt, was sowohl die Deutschland-Kampagne, als auch seine Reaktion darauf für ein Schuß in den Ofen war.
Die sind nicht blöd. Manche wie der Spiegel Online vielleicht ein bißchen arg feige, vergleicht man die deutsche Berichterstattung mit der englischen. Oder sollten da beim Spiegel finanzelle Rücksichten im Spiel sein, wie Jens Scholz mutmaßt?

Wie auch immer, es gilt jedenfalls, was MeOnly in seinem Weblog schreibt:

Also noch mal zum Mitschreiben, Herr Jean-Remy von Matt: Wenn Ihre „größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten“ (sic!) beim Zielpublikum nicht so ankommt, wie Sie das beabsichtigt haben, dann liegt der Fehler nicht beim Zielpublikum.

Ich sehe mich als Teil dieses Zielpublikums. Nicht als Teil der Blogsphäre. Letzteres wird ja vielleicht mal noch…
Sie, Herr Jean-Remy von Matt, sollten Ihr Zielpublikum nicht für blöd halten. Das haßt es nämlich. Und was es haßt, vergißt es nicht. Mit den Worten Ihrer Werbeagentur: Wir helfen denen, die vergessen.

Also Hausarbeiten machen, und das Ganze nochmal richtig probieren. Sie wissen doch:
Das Leben ist voller Möglichkeiten. Immer das Gleiche bringt dich nicht weiter. Man muss nur wissen, wie man’s macht. Kümmert euch drum. Bevor es eure Kinder tun. Dann gilt vielleicht wirklich: Alles wird gut. Dann wird’s vielleicht sogar ‚was mit „Ganz oben. Ganz vorn. Und ganz nah dran.



2 Responses to “Über die Kunst, sich nicht zu entschuldigen, und seine Ziele nicht zu erreichen.”

  1. Ich weiß auch nicht, wie blogger.com es geschafft hat, diesen Eintrag auf den ersten Januar zu verschieben. Geschrieben wurde er jedenfalls am 26.01.2006

  2. Ich finde dem guten Remmy wird entschieden zu viel der Ehre angetan, wenn man sich mit seinen Ergüssen ernsthaft auseinandersetzt.
    Wie kann man jemanden ernst nehmen, der verantwortlich ist für diese neoliberale, menschenverachtende DbD-Kampagne und anschließend dreist und verlogen genug ist zu behaupten er sei noch immer ergriffen wenn er sich diesen Spott ansieht?
    Die einzige Ebene auf der man sich mit ihm meiner Meinung nach auseinandersetzen könnte ist seine eigene, eben diese:
    Jean Remy von Matt (Remy-Demy vom Mattsch inne Birne) Brief an die Mutter, bei Interesse nachzulesen auf http://Fettisch.de


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