Brief an die Tagesschau-Redaktion

28Mrz06

An: redaktion@tagesschau.de
Betreff: Ihr Artikel: Meinungsäußerung oder falsche Fakten? – Transparency International im Clinch mit Weblogs

Sehr geehrter Herr Stegers, sehr geehrte Tagesschau-Redaktion,

ich habe Ihre Berichterstattung über den Zwist, den Transparency International Deutschland („TI-D“) gegen eine Bloggerin führt, gelesen
(http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5374766,00.html).

Die unkritische Art und Weise, in der Sie die Behauptungen des Interessenvertreters von TI-D, Herrn Bäumel, übernehmen, empört mich.

In meinem Weblog „Charivari – Gesammeltes, Charivari und Allerlei“ https://charivari.wordpress.com/ berichte ich ebenfalls darüber und dokumentiere sowohl den Vorgang an sich, als auch Ihre Berichterstattung darüber.

Sie schreiben in Ihrem Artikel:

| Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit
| Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten
| die privaten Blogbetreiber dabei nicht.

Erstens einmal sind viele der berichtenden Blogger hauptberufliche Journalisten.
Zweitens haben diverse Blogger sich mit der Gegenseite in Verbindung gesetzt, aber keine Stellungnahme von TI-D erhalten. Diese wurde verweigert. Siehe
http://rebellmarkt.blogger.de/stories/416738/
http://weblog.mifomm.de/2006/03/25/blogging/transparency-heisst-offenheit.html
http://www.mein-parteibuch.de/2006/03/25/email-von-transparency-international-an-die-klowaende-des-internets/
http://unkreativ.twoday.net/stories/1752536/

S. auch ihre Kollegen vom FOCUS:
http://focus.msn.de/digital/netguide/transparency-international_nid_26808.html

| Auf Anfrage von FOCUS Online lehnte Geschäftsführerin Dagmar Schröder
| noch am Montagnachmittag jede inhaltliche Stellungnahme ab

Drittens sind Sie es, die als Profi-Journalisten im Gegensatz zu den Amateuren die simpelsten Sorgfaltspflichten verletzt haben. Bloß weil Herr Jochen Bäumel, derzeit Vorstandsmitglied bei Transparency International, einmal Korrespondent bei der ARD war, heißt das doch nicht, daß er nicht jetzt die Seiten gewechselt hat und jetzt Lobbyist ist.
Eine Recherche hätte klären müssen, ob dessen Behauptung, die Blogger hätten nicht nachgefragt, wahr ist.
Des Weiteren hätten Sie erst recht seine Darstellung des eigentlichen Sachverhalts juristisch prüfen müssen.

Da der ganze Vorgang eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem hehren Anspruch und Wirklichkeit bei Transparency Deutschland belegt, wenn man sich die Mühe macht, die Fakten zu recherchieren, ist die Aufregung unter den Bloggern verständlich.

Daß Sie sich diese Mühe nicht gemacht haben, läßt alleine Ihre Professionalität in sehr schlechtem Licht stehen. Und nicht die der Blogger.

Ich hoffe, daß Sie die Gelegenheit nutzen, Ihre Berichterstattung den nachweislichen Fakten anzupassen.

Mit freundlichen Grüßen

Camelopard




One Response to “Brief an die Tagesschau-Redaktion”


  1. 1 sapere aude » Was ihr euch nur aufregt … das ist verläßliche journalistische Recherche!

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