Hartz IV: Mißbrauchsmythen widerlegt

15Jul06

In Freitag , der „Ost-West-Wochenzeitung“ (Heft 25) rechnet der Vorsitzende einer Erwerbsloseninitiative, Thomas Kallay, einem Stern-Kolumnisten, der von „Vollkomfort“ für die Alg2-Empfänger schwafelt, mal wirklich vor, wie wenig das ist. Er bekommt:

311,- Euro ALG II (ich)
311,- Euro ALG II (meine Frau, Eheleute bekommen jeweils 34,- Euro weniger)
207,- Euro Grundsicherung (unsere 12-jährige Tochter inklusive Kindergeld!)

In Summe sind das

829,- Euro Arbeitslosengeld II + Grundsicherung für ein Ehepaar und ein Kind, monatlich

Dazu kommen vom Arbeitsamt „150,- Euro [Miete inklusive Nebenkosten], die gleich durchgehen an den Vermieter“.
Die Fixkosten von Herrn Kallay sind

22,- Euro Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung
30,- Euro Rechtsschutzversicherung
50,- Euro Strom
25,- Euro Gas (Warmwasseraufbereitung)
3,- Euro Zuzahlung zur Arzneimittelbefreiung (ich bin chronisch krank und behindert, 40 Prozent GdB)
24,- Euro Busfahrkarte für den Schulweg unserer Tochter

also 154,- Euro Fixkosten im Monat.

Damit bleiben von den ursprünglich 829,- Euro 675,- Euro monatlich übrig.
Herr Kallay fragt:

Herr Jörges, meiner Familie und mir stehen monatlich für Lebensmittel, Bekleidung, Schulbedarf unserer 12-jährigen Tochter, Bildung und ggf. Reparaturen ganze 675,- Euro zur Verfügung, das bedeutet pro Person monatlich 225,- Euro.

Können Sie mir bitte erklären, Herr Jörges, was daran zu hoch sein soll?

Natürlich hat Herr Jörges bisher nicht geantwortet.

Das Straßenmagazin Hinz und Kunzt räumt mit weiteren Legenden rund um Hartz IV auf. Unter anderem auch mit dieser:

Markus Söder, CSU-Generalsekretär, sagte in der Fernsehsendung, auf die sich Hinz und Kunzt bezieht: „Aber die überwiegende Zahl der Sozialverbände, der Wohlfahrtsverbände, sagt, da findet massiver Missbrauch statt.“
Hinz und Kunzt schreibt:

„Keiner unserer Verbände hat massiven Missbrauch festgestellt“, so Werner Ballhausen, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der freien Wohlfahrtspflege, in der alle Spitzenverbände organisiert sind.

Weitere Mythen werden im o.g. Artikel widerlegt.



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